von schlimm nach jetzt
 



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noch atmet der sommerfaschismus nach, nurmehr ein letzter tag bleibt ihm. geschlagene 2 monate nur auf 30 % gelaufen - erst sonne+hitze+wm, dann sonne+hitze in der brutalovariante, jetzt mal sehn. man bekommt schon seit 2 tagen mehr luft, trotz knapp 30 grad. aktuell zwar dröge tage, aber guten mutes. erstmal muss die maus weg! morgen noch ein kurzer abstecher ins verdoppelte ewig-nirvana, aber nicht schlimm. 24-hrs-countryside, montag ist dann der 31.juli.


29.7.06 23:36


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von schlimm nach jetzt

schlimm gibts sowieso nicht mehr. zumindest nicht mehr wie früher. 10 oder 11 jahre ist das jetzt her, die letzten illegitimen worte, sätze, seiten, gefechte. die ordner stehen noch immer im regal drüben an der wand.

mitte der neunziger versiegte die rede dann irgendwie. versiegte mit einem mehr am konkreten, einer neuen drogen-sex-alltagslebenswelt, die zudem genug überbau abwarf, versiegte aber auch, weil der glaube an diese rede immer weniger geworden war. er starb förmlich ab. aber nicht heimlich, still und leise, sondern in aller epischer breite quasi im individuellen maso-schaufenster, stets akribisch beobachtet, notiert und (zwischen-)bilanziert. regelrecht herbeigewünscht wurde dieses ende damals - ja, das war letztlich ein bzw. der einzig legitim erscheinende aus- und fluchtweg. die rede sollte versiegen, das war das ziel, darum ging es, und das war auch das einzige thema der damaligen aufzeichnungen der letzten monate oder letztlich sogar jahre. vor allem jedoch versiegte der glaube an sie. an ihre möglichkeit, ihre sinnhaftigkeit, ihre praktikabilität. auch das war genauso gewollt. der glaube an ihre berechtigung blieb jedoch. sogar bis heute.

diese berechtigung stand genau betrachtet eigentlich nie zur debatte. wie sollte das denn gehen? jahre seines lebens wegwerfen und für ungültig erklären? komplett unvorstellbar! nö, das sehe ich auch heute noch genauso. selbst rückwirkend, bei aller distanz. etwa heute diese von aktuellen lebensabläufen inzwischen völlig abgekoppelte zeit für ungültig erklären - es scheidet mit einer derartigen absolutheit aus, wie nur wenig anderes in meinem leben. das - und ich referiere an der stelle eigentlich nur die seinerzeit letzten befunde -, hieße sich den oK machen, auf potentiell suizidale art und weise, ohne rückhalt und lebensversicherung. hätte es damals gehießen, heißt es heute auch noch, würde es zu jeder zeit heißen - denke ich zumindest. davor haben schließlich sogar die beiden alten gewarnt.

"auch wenn du glaubst, du stirbst, stirbst du nicht", hat floyd landis letzte woche gesagt. genauso war das damals auch. sowohl von heutiger warte aus rückblickend, wie auch als sich allmählich einstellende erkenntnis damals in den letzten monaten. nur mit dem gedanken konnte die rede seinerzeit absterben, konnte sie langsam absterben gelassen werden. inzwischen ist der landis-satz längst zu einem weithin praktizierten ethischen grundaxiom geworden.

mein letztes retrospektives argument an der stelle waren und sind die "kurzen und gellenden worte mit der macht" mit ihren von f. beschriebenen subjektivierungsfolgen. unterstützt nur die suizidal-these der fiktionalen option des für-ungültig-erklärens.
30.7.06 00:07





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