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In die Enge gedrängt

Immer weniger Auswege, so der Grundtenor. Aber letztlich doch immer welche, sogar bislang in jedem Fall gangbare. Im Kleinteiligen sogar viel konkretere als in den letzten Jahren, auch das ein Tenor. Das kratzt sogar bisweilen an der durchgehenden Grundierung der prinzipiellen Befindlichkeit eigener Illegitimität. Das man betrügen und vorspiegeln muss, um geforderten Standards zu genügen. Altlinke Mythologie, natürlich. Aber sehr real. Für mich. Noch. Immer noch. Andere, auch solche mit vergleichbarer Biografie, haben da nahezu durchgehend weniger Probs.
23.3.07 00:17


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Aktueller Befund

Finanzielle Konsolidierung thront da über allem. Seit Anfang Januar, ein Projekt, das vermutlich nie mehr in diesem Leben abgeschlossen werden wird. Das Gröbste scheint für den Moment aber überstanden - geht der weitere Plan auf (und es spricht derzeit wenig dagegen, auch wenn er noch einige Anstrengung kosten wird) sollte sich spätestens im Juni eine entspanntere Situation einstellen. Suche ich nach den positiven Ansatzpunkten dieser als aufgezwungen empfundenen Seinsstrategie, dann ist in erster Linie die Erfahrung, das mittel- und langfristige Strategien aufgehen (können), zu nennen. Lebenspraktisch angewandter Leninismus, so hätte ich das früher genannt. Aber nicht nur früher. Der Druck von Außen, jedoch genau eine solche Sichtweise zu korrigieren bzw. ganz aufzugeben, ist nach meiner Wahrnehmung derzeit so hoch wie noch nie. Objektive gesellschaftliche Sphären üben derzeit unglaublichen Druck auf das kleine Eigen-Ich aus - mit dem unbarmherzigen Ziel, das sich dieses nun mal gefälligst zu ändern hat. Das Einnehmen einer altersgerechten sozialen Position, das Bedienen eines altersgerechten Ensembles an sozialen Praktiken und Konventionen - darum scheint es zu gehen, wenn ich aus der Schmollwinkel-Perspektive versuche, dafür Worte zu finden. Häufig wirkt es auf mich gerade wie eine verordnete Weichenstellungs-Phase, so ne Art Launch vom Eigen-Ich 7.0.. Eine wichtige Zeit, eine, in der die Grundeinstellungen für einen neuen Abschnitt vorgenommen werden müssen. Drohung ist dabei die nackte Überlbensfähigkeit. Härter als sonst, viel härter, als die letzten Male. Zumindest die soziale Existenzform scheint bei Nicht-Gelingen auf mittlere Sicht in Gefahr.
23.3.07 00:36


Aktueller Befund (obj.)

Schlimm. RAF-Debatte und Klimagedöns haben jegliche sozialen Fragestellungen verdrängt. Gut situiertes grünes Bildungsbürgertum dominiert derzeit alle Diskurse. Dazu ein eigenes Umfeld, das Kinder kriegt und sich komplett das Rauchen abgewöhnt hat. Die Atomiserungsbewegung will kein Ende nehmen. Geld ist darin derzeit mein einiziges Faktum, ist soziale Währung. Das isoliert, lässt veröden - auch wenn man die Isolationsfolter eines verordneten Sparkurses zunächst noch einmal beiseite lässt. Folge: In der richtigen Welt performe ich nur noch, demonstriere Verträglichkeit, Zurechtkommen, Überlebensfähigkeit und praktiziere soziale Anpassung. Nicht dass ich wüsste, was ich anstelle dessen lieber wollte. Einmal in der sozialen Performance-Maschine drin, klappt auch alles reibungslos. Zweifel und böse Fragen stellen sich dann gar nicht ein. Das zugrundeliegende Selbstkonstrukt, ich sprach vorhin schon einmal davon, ist das eigener Illegitimität. Nicht berechtigt sein da mitzuspielen,weil das Eigen-Ich gar nicht wirklich so ist, das eigentlich gar nicht will und vor allem gar nicht sozial kontrolliert und dauerhaft kann. Aber was will es dann? Das ist die schwierigste Frage, auf sie gibt es keine Antwort.

Nochmal anders: es geht um perspektivisches soziales Überleben, sagte ich vorhin. Derzeit versuche ich ausschließlich, dafür materielle Grundlagen zu schaffen. Das eigentliche soziale Überleben ist suspendiert, es pausiert seit einigen Monaten. Alle äußeren Impulse blocke ich rigoros ab oder halte sie zumindest auf Distanz. Ob es ein Zurück in das ganz konkrete soziale Weiter-Über-Leben geben wird/kann und vor allem, wie das aussehen kann, ist mir derzeit vollkommen unklar. Noch fühle ich mich illegitim. Körper, Geld, Perspektive - das sind die Schwachstellen. Aber ich fürchte, dass mir das Illegitime derart tief engeschrieben ist ...

Aber geben sollte es diese soziale Weiter-Über-Leben schon, es ist keine absolute Endzeitstimmung in diesen Wochen. Genau das ist eine Wahrnehmung, die in der mittelfristigen Perspektive sogar leichten Optimismus befördert. So ein Funken oK, der sich damit automatisch realisiert und leere Einschreibefläche für Neues bereit stellt. Dafür wäre es fraglos Zeit. Wobei man auf leeren Einschreibeflächen aufgrund der fortgeschrittenen biografischen Situation heute auch durchaus sitzen bleiben kann.
23.3.07 01:12





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